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Wirecard Insolvenz trifft alle Asylsuchenden im Landkreis Erding

So unglaublich es klingen mag: Die Insolvenz des Zahlungsdienstleisters Wirecard trifft direkt alle Asylsuchenden im Landkreis Erding und damit natürlich auch alle, die in Isen wohnen.

Der Kommunalpass, die umstrittene Erdinger Sondervariante der Leistungsauszahlung an Asylsuchende, wird durch die Fa. Sodexo betrieben und diese wiederum benutzt Wirecard als Dienstleister. Hier können Sie die Pressemitteilung des Landrats lesen.

Wir von der Flüchtlingshilfe haben erst am Montag aus der lokalen Presse davon erfahren. Die Betroffenen wurden soweit möglich telefonisch durch das Landratsamt informiert. So konnten sie sich kurzfristig am Mittwoch Vormittag das Geld in bar im Landratsamt auszahlen lassen.

Nach dieser Pleite wäre es endlich an der Zeit, den leidigen und höchst umstrittenen Kommunalpass zu beerdigen und die Leistungen ab sofort per Banküberweisung auszuzahlen!

Trace the Face

Auf der Flucht werden viele Flüchtlinge von ihren Angehörigen getrennt und verlieren jeglichen Kontakt zu ihren Familien. Oft wissen ihre Eltern, Schwestern, Brüder und Kinder nicht, ob sie noch am Leben sind.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) stellt gemeinsam mit mittlerweile 23 europäischen Rotkreuzgesellschaften seit Herbst 2013 die Möglichkeit zur Verfügung, online mit Fotos nach vermissten Angehörigen zu suchen. Der Name des Projekts lautet „Trace the Face“. Die vom IKRK zur Verfügung gestellte Webseite erreichen Sie über den Link www.tracetheface.org. Mittlerweile befinden sich über 400 Fotos Suchender auf der Webseite. „Trace the Face“ steht Suchenden ab 15 Jahren zur Verfügung.

Unterkünfte

Wie die Presse bereits berichtete, wurde die erste und älteste Flüchtlingsunterkunft in der Georg-Escherich-Straße in Isen geschlossen. Die zuletzt noch dort wohnenden 15 Menschen wurden auf andere Gemeinden verteilt. Derzeit leben noch knapp 40 Flüchtlinge in Isen, darunter zahlreiche „Anerkannte“, für die wir dringend bezahlbare Wohnungen suchen.

„Kommunal Pass“

Nicht nur in Isen erweist sich die „Kommunal Pass“ genannte Geldkarte als kaum alltagstauglich. Die Liste der Unzulänglichkeiten ist lang und wird im Erfahrungsaustausch mit anderen Helferkreisen des Landkreises Erding täglich länger. Das Landratsamt sprach in diesem Zusammenhang bereits von „unerwarteten Anlaufschwierigkeiten“. Doch aus der Sicht der Helferkreise, deren Mitwirkende die lokalen Gegebenheiten vor Ort sowie den Flüchtlingsalltag in ihren jeweiligen Gemeinden kennen, waren nahezu alle mit der Einführung des „Kommunal Pass“ einhergehende Probleme eindeutig vorhersehbar. Die Helferkreise wurden jedoch im Vorfeld nicht zu Rate gezogen, sie wurden auch nicht vorab informiert, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt.